Plakate zum HAD 2022: Mietenwahnsinn in aachener vierteln

Ab dem 27.03. dürfen jedes Jahr in Frankreich wieder Zwangsräumungen von Mieter:innen stattfinden. Um zu zeigen, dass der Mietenwahnsinn ein internationales Problem ist, hat sich an diesem symbolischen Datum der „Housing Action Day“ etabliert. Unter dem Motto „Wohnen für Menschen statt für Profite“ demonstrieren international Menschen für bezahlbare und lebenswerte Wohnungen für alle! Für das Recht auf Stadt und gegen die kapitalistische Stadtentwicklung!


In Anbetracht der aktuellen Krisen zeigt sich dieses Jahr umso stärker, wie wichtig Städte mit Platz für alle sind. Bezahlbarer Wohnraum muss erhalten und vermehrt werden, wenn wir auch in Zukunft auf Diktaturen und Krieg mit Solidarität antworten wollen!


Zu diesem Anlass haben wir mit Plakaten in einigen Stadtteilen Aachens auf die steigenden Mieten und den großen Verlust an Sozialwohnungen bis 2029 aufmerksam gemacht. Wir waren in Aachen-Nord, Aachen-Ost, Kullen, Driescher Hof, Eilendorf und Kronenberg unterwegs. Zusammen mit den Stadtteilen Forst und Preuswald sind dies die Stadtteile, in denen der Mietenwahnsinn besonders starke Folgen hat. Aufgrund von Gentrifizierung und Verdrängung, die auf auslaufende Preisbindungen der Sozialwohnungen folgen wird, könnten diese Viertel in den kommenden Jahren ihr Gesicht stark verändern. Dies sind Viertel, in denen noch viele bezahlbare Wohnungen existieren, aber auch besonders viele Menschen von Armut betroffen sind. Dort leben die Menschen, die am härtesten unter den Preissteigerungen leiden und schon immer am wenigsten Gehör und Unterstützung bekommen. Viele von ihnen könnten in den nächsten Jahren verdrängt werden und ihr soziales Umfeld verlieren. Von der Stadt werden diese Aussichten schon lange in Berichten bearbeitet, aber Konsequenzen um die Mieter:innen zu schützen fehlen. Stattdessen arbeitet die Stadt z.B. im Preuswald mit Immobilienfirmen, wie Vonovia zusammen um die Viertel aufzuwerten und unterstütz dabei wissentlich Mieterhöhungen. Die Landesregierung hat den Mieter:innenschutz verringert und die Bundesregierung verhindert einen Mietendeckel. Niemand zeigt die Absicht den Mietenwahnsinn zu stoppen. Keiner traut sich in den Regierungsparteien auszusprechen, dass auf lange Sicht lebenswerte Städte, in denen es noch bezahlbaren Wohnraum gibt, nicht ohne Instrumente wie „Vergesellschaftung“ oder einen Mietendeckel machbar sind. Um eine sozial-gerechte Stadt aufzubauen, muss das Eigentum vom Grundbedürfnis Wohnraum zu Profitzwecken, ehrlich kritisch hinterfragt werden. In Zukunft muss sich die Wohnraumversorgung an den Bedürfnissen der Mieter:innen konzentrieren statt an Banken und Konzernen!


Da die Politik nicht die Mieter:innen schützt, rufen wir dazu auf, sich gemeinsam selbst zu schützen! Gegen den Mietenwahnsinn hilft nur stadtweite Mieter:innenselbstorganisation und Druck von der Straße! Dafür haben wir zusätzlich Tipps für Mieter:innen zur Selbstorganisation verteilt. Solidarität ist unsere Waffe! Holen wir uns die Stadt zurück! Für das Recht auf Stadt für alle!

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