Redebeitrag bei unserer Kundgebung am 27.03. : Mieter:innen- Tut euch zusammen!

Wir haben ja heute viel darüber gesprochen, wie schlecht es auf dem Wohnungsmarkt läuft für Mieter:innen. Wie schwer es das Leben macht, wenn nicht klar ist, dass für alle eine gute, bezahlbare Wohnung vorhanden ist. Aber wie können sich Mieter:innen wehren? Wie kann es in Zukunft besser werden?Klar! Es braucht radikale politische Entscheidungen, die die Mieter:innen schützen! Deswegen fordern wir zum Beispiel einen bundesweiten Mietenstopp und das Höchstmieten festgelegt werden!Aber um ehrlich zu sein, bei den jetzigen Parteien wird es viel Druck brauchen, um solche Forderungen durchzusetzen! Dafür haben wir aber heute schon ein tolles Zeichen gesetzt, auf das wir aufbauen können! Aber selbst wenn die Politik Beschlüsse fasst, werden die Vermieter:innen alle Tricks nutzen, um sich daüber hinwegzusetzen! Das machen die doch schon heute überall!

Deswegen führt kein Weg daran vorbei: Wir müssen uns als Mieter:innen organisieren und überall verhindern, dass sich Vermieter:innen die Ausbeutung von Mieter:innen erlauben können!Alleine als Mieter:in gegen eine:n Vermieter:in ist sehr schwer. Aber gemeinsam lässt sich viel erreichen. Das zeigen unzählige Beispiele aus ganz Europa! Mittlerweile gibt es schon so viele Mieter:innen-Initiativen, dass sich in England, Spanien, USA oder auch Australien landesweite Gewerkschaften für Mieter:innen organisiert haben. Dazu gibt es auch Ansätze in Berlin oder Frankfurt. Das funktioniert aber nur, weil sich schon viele Mieter:innen organisiert haben. In Aachen ist das noch wenig oder nur im Privaten passiert. Dabei eröffnen sich dadurch so viele Möglichkeiten!

Wenn sich Mieter:innen in einem Haus oder einer Nachbarschaft zusammentun, können Mietererhöhungen, Luxus-Modernisierungen, Umwandlung zu Eigentum oder Luxus-Bauprojekte verhindert werden!

Es kann auch soweit gehen, das Mieter:innen sich dauerhaft ein Mitspracherecht bei der Entwicklung des Hauses und der Nachbarschaft erkämpfen. Und wenn einmal klar ist, das die Mieter:innen sich in einem Stadtteil wehren, werden sich auch Investor:innen nicht mehr so viel trauen. Wenn alle Mieter:innen klar machen, das sie die Nachbarschaft und die Bewohner:innen schützen wollen, kann sogar Verdrängung und Gentrifizierung verhindert werden! Deswegen tut euch als Mieter:innen zusammen:Sobald es ein Problem gibt: Sprecht mit bekannten Nachbar:innen oder geht von Tür zu Tür.

Vernetzt euch, haltet nach anderen motivierten Menschen Ausschau und tauscht Kontakte aus.Wenn ihr ein paar Unterstützer:innen gefunden habt, ladet alle Nachbar:innen zu einer Versammlung ein.Sammelt alle Probleme, überlegt wer verantwortlich ist und wie die Probleme gelöst werden können. Auf wen muss zB Druck ausgeübt werden?Überlegt gemeinsam welche Aktion Sinn macht und los gehts!
Das kling jetzt natürlich einfach, aber es ist natürlich auch mit Aufwand verbunden. Aber der Aufwand kann sich lohnen! Für dich! Deine Nachbar:innen oder Familie! Für alle, die heute oder in Zukunft eine bezahlbare Wohnung brauchen! Und wenn ihr bei der Organisation Hilfe und Unterstützung braucht, meldet euch bei uns! Dafür sind wir da!

Wir haben alles auch nochmal hier an den Stellwänden aufgeschrieben und auf unserer Website gesammelt. Lasst euch inspirieren und wehrt euch! Und wenn euch das zu viel ist oder zu schwer vor kommt, mit euren Nachbar:innen Konatkt aufzunehmen, macht eure Probleme mindestens öffentlich!Schreibt Leser:innbriefe, über Social Media oder schickt uns eine Nachricht die wir veröffentlichen können! Wir müssen alles daransetzen, die Stille zu durchbrechen! Gemeinsam wir uns das gelingen!Und auch für Menschen, die sich mit der Umwelt beschäftigen oder Feminismus oder Anti-Rassismus oder Anti-Faschismus: Wenn erst mal in Nachbarschaften Netzwerke existieren, die zeigen, warum Solidarität viel mehr Sinn macht als Vorurteile und Ausgrenzung, dann ist auch vorstellbar, dass sich bei diesen Themen endlich spürbar etwas tut.

Wer sich mit der Geschichte der Arbeiter:innenbewegung beschäftigt hat, weiß: Aus solchen sozialen Kämpfen und solidarischen Netzwerken können Bewegungen entstehen, die Potenzial haben, die ganze Welt verändern.In dem Sinne: Für eine Stadt für alle, von allen! Für einen lebenswerten Planeten! Für mehr Solidarität in unserer Gesellschaft! Lasst euch nicht unterkriegen! Tut euch zusammen!

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